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PostHeaderIcon Wirtschaftsstandort Stadt unattraktiv für Einzelhandel?

Stefan Genth, Hauptgeschäftsführer des Hauptverbands des Deutschen Einzelhandels (HDE), reagierte ungehalten auf die Pläne mehrerer großer Städte, wie Leipzig, Frankfurt am Main, Berlin und Hannover. Diese Städte haben konkrete Termine aufgestellt, ab wann nur noch Fahrzeuge der Schadstoffklasse 4 in die Städte einfahren dürfen. Die Kommunen sorgen selbst dafür, dass ihre Kassen leer bleiben. „Attraktive Städte hängen maßgeblich von einem blühenden Handel ab. Und dieser lebt von einem reibungslosen, funktionierenden Individualverkehr und von einem schnellen, zuverlässigen Lieferverkehr“, so Genth. Im Moment besuchen ca. 50 Millionen Kunden jeden Tag die Innenstädte und den dortigen Handel. Die Geschäfte werden täglich mit Waren im Wert von einer Milliarde Euro beliefert. Viele Verbraucher verfügen noch nicht über ein modernes Fahrzeug mit grüner Plakette, auch der Lieferverkehr wird durch eine solche Maßnahme erheblich behindert. Schon lange kämpft der innerstädtische Handel gegen aufstrebende Handelsplätze auf der grünen Wiese. Bei vielen Geschäften bleibt an manchen Tagen die leer. Immer öfter wechseln die Ladenbesitzer, schließen kleinere Fachhändler oder ziehen aus der Innenstadt in den Außenbereich. Schon die Einrichtung von Fußgängerzonen macht vielen Geschäften das Leben schwer. Vor allem, wenn sie Waren anbieten, die der Kunde nicht so einfach in der Plastiktüte wegtragen kann, wie technische Geräte, Fernseher, Möbel, und ähnliches. Weit abseits gelegene Parkplätze oder Parkhäuser lassen eine Einkaufstour zur Tortur werden, wenn die Kaufwilligen zum Beispiel in der Weihnachtszeit nicht nur ein Geschäft, sondern gleich mehrere ansteuern und sich dann mühsam von Laden zu Laden mit immer mehr Einkaufstüten in den steifen Händen quälen müssen. So wundert es nicht, dass große Einkaufszentren, die mit zentralen Parkhäusern ausgestattet sind, immer mehr an Beliebtheit gewinnen und die Innenstädte nur noch das Nötigste an Fachhändlern aufzuweisen haben. Da reiht sich oft eine Bäckerei an die nächste, unterbrochen vom Friseur und Telefonshop. Nicht sehr attraktiv für die Kunden. Ideen, diesen negativen Trend aufzuhalten, gibt es nur wenige. Werbegemeinschaften versuchen, mit innerstädtischen Veranstaltungen, wie verkaufsoffenem Sonntag und ähnlichen Events, wieder mehr Kunden in die Innenstadt zu locken. Versüßt wird an solchen Tagen der Aufenthalt durch vermehrt angebotene gastronomische Highlights, wie Weinverkostungen oder Essen an speziell aufgebauten Ständen. Da aber an gewöhnlichen Tagen diese Sonderaktionen nicht zur Verfügung gestellt werden können, sucht man die Innenstadt immer seltener auf, vielleicht um in der Eisdiele bei schönem Wetter einen Eisbecher oder Cappuccino zu genießen. Vielleicht liegt die Rettung des Wirtschaftsstandortes Innenstadt tatsächlich darin, mehr Gastronomie wie Restaurants, Kneipen, Cafés und Eisdielen in die Innenstädte zu holen. Aber wie viel kann ein Gast konsumieren? Dienstleistungen, wie Friseur, Kosmetik, Nagelpflege könnten das Angebot ergänzen. Also erst ein Eis, dann zum Friseur, essen gehen und zum guten Schluss noch die Nägel machen lassen? Eher unwahrscheinlich, dass so ein Innenstadt Konzept auf die Dauer funktioniert. Nur ein gesunder Handel bringt über die Gewerbesteuer Geld in die Kasse der Kommunen. Dem Beispiel der Großstädte zu folgen und nur noch die grüne Plakette zuzulassen wird dem Einzelhandel in der Innenstadt einen weiteren schweren Schlag versetzen, von dem der sich vielleicht nicht erholen kann.

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