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PostHeaderIcon Milchpreise ziehen an

Der Deutsche Bauernverband begrüßte die Preiserhöhung zwar, der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter bemängelte jedoch, dass die Preise noch immer nicht die stetig steigenden Kosten der Milchbauern decken könnten.

Der Lebensmitteldiscounter Aldi, der in der Branche als Preisführer und Orientierungspunkt für andere Unternehmen gilt, hatte am Montag nach Angaben des Wirtschaftsinfomationsdienstes Preiszeiger die Preise für Milchprodukte um bis zu acht Prozent erhöht. Die Steigerung war das Ergebnis der jüngsten Verhandlungsrunden mit Molkereien über Halbjahresverträge. Der Liter H-Milch verteuerte sich von 56 auf 60 Cent. Der Preis für einen 250-Gramm-Becher Speisequark stieg von 37 auf 40 Cent. Und der 200-Gramm-Becher Sahne kostet 43 statt 39 Cent.

Milchbauern unzufrieden

Der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter gab sich dennoch unzufrieden mit der Preissteigerung. “Angesichts der exorbitanten Preise für Energie und Futtermittel ist die Erhöhung des Milchpreises bei weitem nicht genug, um die Ausgaben zu decken”, sagte ein Sprecher. Die Schuld dafür könne man jedoch nicht beim Handel suchen. “Die Schuld ist bei der Molkereiwirtschaft zu suchen, die holen immer noch nicht genug für die Bauern heraus bei den Verhandlungen”, sagte der Sprecher. Schließlich kämen von den vier Cent maximal zwei beim Bauern an. Der Rest bleibe bei den Molkereien.

Optimistischer schätzte der Deutsche Bauernverband die Lage ein. “Die Nachfrage nach Milch und Molkereiprodukten hat sich deutlich verbessert”, sagte ein Sprecher. Die Preise könnten durchaus noch etwas stärker steigen, aber im Vergleich zu den Milchpreisen von vor zwei Jahren sei der aktuelle Preis ein Hoffnungsschimmer. “Vor zwei Jahren lag der Erzeugerpreis noch zwölf Cent tiefer”, sagte der Verbandssprecher. Dennoch bedeute es für die Milchbauern kein Aufatmen. Die Produktionskosten seien in den letzten Jahren massiv gestiegen. “Die Preissteigerung ist insofern mehr als gerechtfertigt.”

Branchenkenner gehen davon aus, dass auch die übrigen Konkurrenten die Preise erhöhen werden. Ein Edeka-Sprecher kündigte bereits an: “Wir werden uns marktkonform verhalten.” Andere Discounter wie Lidl und Penny wollten sich nicht zu Preissteigerungen äußern. Auch von Aldi selbst war keine Stellungnahme zu erhalten.

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