Deutscher Einzelhandel erholt sich
Der deutsche Einzelhandel konnte im vergangenen Jahr sowohl nominell als auch real zulegen. Das sind die Ergebnisse der vorläufigen Hochrechnungen des Statistischen Bundesamtes Deutschlands. Dem zufolge wird das Wachstum zwischen 2,5% und 2,7% nominell und real zwischen 1,3% und 1,6% liegen. Auch für das laufende Jahr wird ein Plus erwartet.
Dass der deutsche Einzelhandel in Summe so gut zulegen konnte, liegt auch daran, dass im Krisenjahr 2009 ein Rückgang von 2,4% nominell registriert wurde. Deutschland gilt allgemein als schwieriger Einzelhandelsmarkt, in dem Steigerungen auf Grund der hohen Sparquote und der stark auf Niedrigpreise fokussierten Konsumlandschaft nur schwer möglich sind. Dies zeigt auch die Entwicklung der vergangenen vier Jahre: Nachdem im Jahr 2006 ein mageres Plus von 1% nominell erreicht werden konnte, gingen die Einzelhandelsumsätze im folgenden Jahr um 1,6% zurück. 2008 konnte wieder ein Plus von 2,2% nominell erreicht werden.
Charakteristisch für den deutschen Konsumenten ist sein hybrides Verhalten. Ein teures Auto zu fahren und gleichzeitig auf Schnäppchenjagd zu sein, ist für den hybriden Konsumenten eine Selbstverständlichkeit. Gekauft wird demnach sowohl bei Aldi als auch im teueren Spezialfachgeschäft. Ebenfalls typisch für die deutsche Konsumlandschaft ist die Nachfrage nach Convenience. Schnelles aber gesundes Essen gilt für immer mehr Deutsche als wichtig, auf Grund der gestiegenen Anzahl an Singlehaushalten, die vermehrte Erwerbstätigkeit von Frauen und das Verschwimmen der Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit. Hoch im Trend liegen auch Eigenmarken des Einzelhandels.
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